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DIE WOLKENFÄNGER

"Manche Geschichten werden erzählt, ohne dass sie jemals gehört
werden, und deshalb erzählt man sie dann auch nicht weiter, was
sehr schade ist, denn so gehen sie für immer verloren. Manche
Geschichten dauern lange, andere nur den Bruchteil eines
Augenblicks. Einige sind so schmerzlich, dass keine Worte sie
einzufangen vermögen, andere sind voll Heiterkeit, Mitgefühl und
Liebe und viele erzählen uns von Persönlichkeiten und
Ereignissen, in denen wir einen Teil unseres Selbst wiederfinden
können.“
Die Wolkenfänger erzählt eine solche
Geschichte. Sie handelt von neun Hunden und einer Katze, die
eine Gemeinschaft bilden und beschließen, dem lieblosen und
tristen Alltag in einem Tierheim zu entfliehen. Sie machen sich
auf den Weg, dem Traum folgend, ein Land zu erreichen, in dem
das Leben schön und würdevoll ist und das ihnen Sicherheit und
Geborgenheit bietet.
Diese Geschichte ist ein Appell an uns Menschen,
achtsam und respektvoll mit den uns anvertrauten Lebewesen
umzugehen und ihnen die Liebe und Fürsorge zuteil werden zu
lassen, die wir uns auch für uns selbst wünschen.
© 2009, ISBN: 978-3-936188-49-3
Hardcover, 155 Seiten, mit zahlreichen farbigen
Abbildungen Erhältlich bei mir!!
Preis: € 18,– Vorkasse
plus Porto und Verpackung
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Leseprobe

Die Hoffnung stirbt einen langsamen,
qualvollen Tod. Fast wie ein Baum, der im Herbst seine welken
Blätter abwirft. Jedes Blatt ist ein Stück Hoffnung.
Und so wie auch eines Tages von den Blättern
nichts mehr übrig ist, bleibt auch nichts mehr von der Hoffnung.
Pit the Bull
Pit the Bull hasste
die Menschen. Die Menschen, die ihn so gequält hatten, die ihm so
viel angetan hatten, seit er vier Wochen alt war. Die Menschen, die
ihm sein Leben raubten. Bei geheimen Hundekämpfen hetzten Züchter
Pit the Bull auf andere Hunde. Sein Besitzer war immer sehr stolz
auf Pit the Bull gewesen, weil er so »zerbombt« aussah. Er wurde
geschlagen, getreten, schwer misshandelt, aber er starb nicht. Er
erinnerte sich an andere Hunde, die bei seinem Besitzer lebten. Pit
the Bull erinnerte sich oft an seine Schwestern Kim und Curley,
getötet in derselben Nacht und verbuddelt in einer Schonung. Sein
Besitzer hatte sie einfach auf den Arm genommen und ist gegangen -
zum Hundefriedhof im Wald. Der Wald, in dem jetzt die Gespenster
wohnten. Die Gespenster all jener Hunde, die waren und jetzt nicht
mehr sind. Viele Hunde lagen an dieser Stelle, getötet und
vergraben, darunter viele Welpen. Hunde, die ihre Kämpfe verloren
hatten und schwer verletzt waren, und Welpen, die zu ängstlich
waren, manche Hunde wurden aber auch nach einem verlorenen Kampf am
nächsten Baum aufgehängt, mit Benzin übergossen und verbrannt oder
mit dem Hammer erschlagen. Vielleicht hätte auch Pit the Bull eines
Tages sein Leben hier beendet, aber er wurde gerettet. Wenn man das
Rettung nennen konnte, denn seine Seele war schon lange gestorben.
Eines Abends, er stand wieder im Pit, stürmten Menschen in die Halle
und es entstand ein Riesentumult. Die Besitzer der Hunde wurden
weggeführt und die Hunde eingesperrt und ins Tierheim gebracht. Pit
the Bull ließ wochenlang niemand an sich heran, obwohl es Mo immer
wieder versuchte. Er traute niemandem mehr. Ihn umgab eine solche
Traurigkeit und Einsamkeit, er war bereit zu sterben und wartete auf
seinen Tod. Nach all dem Schmerz und der physischen Qual, die er
erlebte, wollte er nur noch in Ruhe gelassen werden. Seine Wunden
verheilten, hinterließen aber tiefe Narben auf seinem Körper und in
seiner Seele. So folgten Tag für Tag, Woche für Woche, an denen Mo
am Zwinger des geschundenen Hundes saß und versuchte, sein Vertrauen
zu gewinnen. Merlin konnte sich nicht mehr genau daran erinnern,
wann Pit the Bull sich entschloss, Mo in seinen Zwinger zu lassen.
Es schien, als ob eine innere Stimme, die er noch niemals
wahrgenommen hatte, ihm empfahl, sie in Ruhe zu lassen. Diese innere
Stimme sagte ihm, dass Mo anders war. Pit the Bull folgte dieser
Stimme und lernte, dass Mo Hände hatte, die ihn streichelten, seine
Wunden versorgten und ihm Futter gaben. Dass Mo Ohren hatte, die
seine Seufzer und stummen Klagen hörten, und Augen, die seine Not
und Verzweiflung sahen, und er fasste Vertrauen zu ihr. Sein
Verhalten und sein Misstrauen gegenüber anderen Menschen legte er
aber nie ganz ab, zu tief hatten sie ihn verletzt. Dieses Gefühl
verschwand nie ganz aus seinem Herzen, was Mo auch unternahm. Sie
brachte ihn aber langsam mit anderen Hunden zusammen, denn sie
wusste, dass Pit the Bull keine Lust mehr hatte zu kämpfen, und sie
vertraute ihm und Pit the Bull enttäuschte sie nie. Denn wenn ein
Hund, der gutmütiger war, als er ahnte, nach so viel Leid und Not
Freundlichkeit erfuhr, wenn er erleben durfte, dass seine Gebete
erhört wurden, kann man das dann nicht wirklich Glück nennen?
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