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Manche glauben wirklich, in
meiner Hundeschule wird so richtig professionell gearbeitet. Nur
weil ich immer so kompetent gucke und mich wichtig mache. Aber das
ist Blödsinn, wir sitzen den ganzen Tag nur dumm rum, gackern wie
die Hühner, trinken Kaffee und erzählen uns lustige Geschichten über das
manchmal schon seltsame Verhalten von Hunden in der Hundeschule.
Ungelöste
Geheimnisse, meine Damen und Herren, unsere Welt ist voll davon:

Beginnen wir mit den
Erlebnissen von Simone die eine wunderschöne Seite über
Bordeauxdoggen besitzt
--
http://www.die-bordeauxdoggen.de --
und den Besuch ihrer BX in
der Hundeschule beschreibt. Herrlich...
Die Bordeauxdogge in der
Hundeschule: Gibt‘s auch ein Abitur? Wenn man einschlägiger
Literatur glauben schenken mag, ist die Bordeauxdogge grundsätzlich
ein sehr intelligenter Wegbegleiter. Allerdings beschleicht mich des öfteren das Gefühl, dass die Bordeauxdogge ebenso grundsätzlich die
Intelligenz zuhause lässt, wenn es auf den Hundeplatz geht.
Nun, als gutes
Bordeauxdoggenfrauchen kümmert man sich ja noch vor dem Einzug des
kleinen Familienmitgliedes um eine geeignete Hundeschule, und so
geschah es auch in diesem Fall.
Die Suche nach der
Hundeschule an sich stellt schon eine enorme Herausforderung dar. Es
gibt Hundeschulen, in denen überwiegend Hunde einer alten deutschen
Rasse ausgebildet werden; hier ist die Bordeauxdogge meist nicht
allzu gern gesehen, da der allgemeine Bordeauxdoggenhalter keinen
Bedarf an Schutzhundeausbildung hat.
Dann gibt es die
Gebrauchshundevereine. Aus welchen Gründen auch immer,
Bordeauxdoggen sind oftmals auch hier nicht gern gesehen.
Sei’s drum, die Suche ging
weiter. Endlich war eine Hundeschule gefunden, welche allen
Kriterien entsprach: Liebevolle Erziehung über positive Bestätigung,
altersgerechter Umgang mit Welpen und Junghunden, Gruppen mit
verschiedenen Ausbildungsständen, kleine Ausbildungsgruppen und vor
allem ein reichhaltiges Angebot, um der Individualität der Hunde
Rechnung zu tragen.
Auf meine Frage, ob ich auch
mit einer Bordeauxdogge erscheinen dürfe, antwortete man wie
selbstverständlich, „Hier ist jeder Hund willkommen“. (Exkurs: Über
die Definition, ob die Bordeauxdogge ein Hund sei, kann man
ausgiebig philosophieren: Ich persönlich vertrete die Meinung, man
habe die Gattung Hund um die Bordeauxdogge erweitert, weil man nicht
wusste, wo man sie sonst ansiedeln sollte, oder man habe es schlicht
versäumt, eine eigene Gattung für die Bordeauxdogge zu erfinden! )
Wie dem auch sei, die
Hundeschule war gefunden, und nach der Eingewöhnungszeit konnte es
dann auch losgehen. Was soll man sagen? Ein zurückgezogenes und
bescheidenes Leben war seit dem Tage des ersten Hundeschulbesuches
nicht mehr möglich. Um es einmal bildlich zu beschreiben: Man
stelle sich ein allwöchentliches VW-Käfer-Treffen vor, sie sehen
sich schon alle von weitem und man erscheint als einziger, plötzlich
und für alle unerwartet, mit einem Hummer!
In bester Du-du! Manier hupt
alles wie auf Kommando in heillosem Getöse los. Aus reiner
Höflichkeit brüllt man notgedrungen durch den ohrenbetäubenden
Geräuschpegel: „ Mein Name ist Soundso und das ist meine
Bordeauxdogge“!
Der Vorteil: Jeder kennt
einen in kürzester Zeit - auch die Gruppen, die an diesem Tag nicht
anwesend sind!
Der Nachteil: Innerhalb von
Sekunden haben sich Dutzende von Hundeexperten um einen geschart,
die einmal eine Bordeauxdogge streicheln wollen.
In Ergänzung dazu wird
einem, ob man will oder nicht, gleich fachmännisch erklärt, dass
dieser Welpe einmal ein beachtliches Endmaß erreichen wird, was man
schließlich schon jetzt an den überdimensionalen Pfoten erkennen
könne! Dankbar über die Erkenntnis, dass mein Welpe nicht in Gefahr
war, an Zwergwuchs zu leiden, ging es dann auf den Platz, um die
Welpenstunde zu beginnen.
Die Welpenstunde ging
ausgesprochen unspektakulär vonstatten. Dies lag sicher auch daran,
dass meine kleine Bordeauxdogge partout nicht laufen wollte!
Er (denn, wie der geneigte
Leser sicher weiß, handelt es sich um einen Rüden) stand in der
Mitte und sah sich das Spektakel um sich herum sehr interessiert
an. Hin und wieder versuchte ein 3-kg-Welpe ihn zu rammen,
allerdings wollte meine kleine Bordeauxdogge einfach nicht umfallen,
was wiederum dazu führte, dass die anderen sehr schnell das
Interesse verloren.
Bis auf einen der
Teilnehmer: Ein kleiner, eher unterentwickelter
Jack-Russell-Terrier, den die anderen scheinbar nicht leiden
konnten, weil er die umherwieselnden Hundekinder permanent und
unangenehm gezwickt hatte, wurde im wahrsten Sinne des Wortes
anhänglich. So war eine echte Hundefreundschaft geboren! An Klein-BX
hing ständig ein Jack Russel Terrier herum, den sie sporadisch
abschüttelte, nur um ihn kurz darauf an einer anderen Hautfalte
wieder hängen zu haben!
Der Welpenstunde relativ
schnell entwachsen ging es dann in die Unterordnungsgruppe für
Junghunde, was Frauchen regelmäßige Besuche beim Friseur bescherte,
um die grauen Haare färben zu lassen! Ich erinnere mich noch gut an
eine Übung, bei der Frauchen/Herrchen rückwärts laufend mit einem
Leckerchen bewaffnet den Junghund animieren sollte, hinterher zu
laufen um dann letztendlich den Junghund zu einem perfekten Sitz zu
motivieren! Alle Albträume wurden wahr. Ein Blick auf den Nachbarn
mit seinem Border Collie bewies eindeutig, Klein-BX und ich waren
noch weit davon entfernt, diese Übung zufriedenstellend abschließen
zu können. Ja, dieser Border folgte in perfekt untertäniger Haltung,
um schlussendlich nicht vor, sondern auf den Füßen seines Herrchens
Sitz zu machen. Das erwähnte Herrchen lebt nach meiner
Einschätzung auf etwa Schuhgröße 52, auf der ein 10 Kg Border
durchaus gemütlich Platz finden kann!
Ein Blick auf meine Füße
sagte mir sofort, dass diese Übung von mir und meiner Bordeauxdogge
niemals mit Bravour erledigt werden konnte, schließlich trage ich
nur Schuhgröße 36 und meine Bordeauxdogge wird einmal 60 kg wiegen!
Unberücksichtigt blieb bis dahin die eigentlich völlig überflüssige
Tatsache, dass mein Hund noch immer nicht laufen wollte! Eine
gewisse Mitschuld ist mir daran nicht abzusprechen. Erst ab brutto
30 kg Lebendgewicht hatte ich mich strikt genug geweigert, meinen
Hund zu tragen, dass dieser sich daran gewöhnen musste, seine
eigenen Gehwerkzeuge zu benutzen.
Nicht dass man mich bereits
in der Stadt belächelt hätte, weil ich meinem mittlerweile (wie ja
schon vorausgesagt) auf schwindelnde Höhe heranwachsenden Welpen
durch die Straßen trug, nein, das tat natürlich niemand, denn viele
Menschen tragen ihren Hund schließlich auf dem Arm! 30 kg war nun
aber dennoch die äusserste Grenze gewesen Ich hatte 4 gesunde Beine
im Lieferumfang des Welpen und beschloss, ab diesem Tag müssten sie
ihre Aufgabe erfüllen! Ich muss einräumen, seit diesem Tag sind wir
doch in der Stadt bekannt, näher möchte ich jetzt aber nicht darauf
eingehen; auch ich habe meinen Stolz und denke, dieses Geheimnis
bleibt zwischen mir und den anderen 12.000 Bewohnern meiner
Heimatstadt! Mittlerweile laufend erreichten wir dann immerhin sehr
bald die Erwachsenengruppe. Aufgaben wie rechts herum, links herum,
gerade aus waren bei den Mitstreitern kein Problem! Bei uns
allerdings war die Perfektion der Aufgaben nur an die Qualität der
angebotenen Leckerchen gekoppelt. So briet und kochte ich
wöchentlich exklusive Leckereien, wie mein Mann sie sich gewünscht
hätte, um gelegentlich ein Erfolgserlebnis auf dem Hundeplatz zu
erlangen!
Ja, die Bordeauxdogge
erzieht ihr Frauchen zur grenzenloser Demut!
Gepackt vom
demutskompensierenden Ehrgeiz wurde dann auch noch die Obedience-Gruppe
besucht, nach wie vor mittels zweimal die Woche Gourmetkochen, um
die kleinen Erfolge im Leben zu erhaschen.
Dort wehte allerdings ein
anderer Wind, um nicht zu sagen, eine gehörig steife Brise! Während
der Ausbilder ausgiebig und hingebungsvoll die Übungen erläuterte,
himmelten alle wohlerzogenen Hündchen in bedingungsloser
Aufmerksamkeit ihr Frauchen/Herrchen an!
Allerdings, wen wundert‘s,
meine Bordeauxdogge nicht. Sie wälzte sich im grünen, angenehm
feuchten Gras und ließ es sich wohl sein. Prompt wurde ich gerügt,
mein Hund verfüge über keinerlei Aufmerksamkeit. Wahrheitsgemäß
antwortete ich, dass mein Hund sich gerade sehr aufmerksam dem
grünen frischen Gras widmen würde.
Diese Antwort war scheinbar
ebenso überflüssig wie unerwünscht und ich erntete einen Blick der
eindeutig sagte: „Bordeauxdogge nebst Anhang 6 setzen“! O.K., Sitz
konnten wir gut! Da mussten wir wenigstens nicht Laufen! Dann,
unausweichlich, kam der Tag der Tage! Ein engagierter Ausbilder
meinte, auch eine Bordeauxdogge wird bedingungslos folgen! Er nahm
mir die Leine aus der Hand und versuchte allen Ernstes, meine
Bordeauxdogge mit ebenso schnöden sowie trockenen Leckerchen zu
motivieren, rechts, links, geradeaus aus zu gehen!
Meine Bordeauxdogge ging
überall hin, nur nicht in die ihr vorgegebene Richtung! Es war ein
recht eigenwilliges Bild, einen Ausbilder an der Leine hängen zu
sehen, dem die Bordeauxdogge gerade vorschrieb, wohin er zu gehen
habe, denn noch das wildeste Gefuchtel mit seinem für Bordeauxdoggen
überaus unattraktiven Leckerchen half natürlich absolut gar
nichts! Nun, nach 1,5 Jahren, haben wir es immerhin zum perfekten
Sitz, Platz und Hier gebracht!
Die Quintessenz dieser
Geschichte: Es ist nicht genug, nur eine Hundeschule zu finden, die
jeden Hund aufnimmt, sondern der springende Punkt ist der, einen
Ausbilder zu finden, der die rassespezifischen Eigenheiten unserer
Bordeauxdoggen versteht, erkennt und entsprechend mit ihnen
umzugehen weiß! Nur von einem solchen Ausbilder, um mal einen
Werbespot zu zitieren, werden wir wirklich geholfen – und unsere
Hunde auch.
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